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Tippen, um zu suchen

Wissen · 5 Min. Lesezeit

Wie Intric deine Dokumente durchsucht

Wie Intric ein Dokument liest und indexiert, welche Suchverfahren zum Einsatz kommen und warum jede Antwort eine Quellenangabe enthält.

Die meisten KI-Tools behandeln ein Dokument als losen Haufen Text und suchen darin nach passenden Wörtern. Intric arbeitet das Dokument vorher durch und weiß deshalb schon, was darin steht, bevor jemand eine Frage stellt. Fragst du dann etwas, kombiniert Intric mehrere Suchverfahren – je nachdem, was die Frage verlangt.

Für Intric ist eine Seite mehr als eine Abfolge von Wörtern. Eine Überschrift gehört über ihre Tabelle, eine Bildunterschrift unter ihr Diagramm, und in einer Tabelle bleibt jeder Wert unter seiner Spaltenüberschrift. Gescannte Seiten liest Intric per OCR, sie zählen also genauso viel wie am Computer geschriebene. Zeigt eine Seite statt Text ein Diagramm oder eine Infografik, beschreibt Intric, was darauf zu sehen ist, und legt diese Beschreibung an der passenden Stelle der Seite ab. Nichts fällt unbemerkt weg.

Noch bevor jemand eine Frage stellt, weiß Intric ungefähr, worum es in jeder Datei geht. Deshalb greift Intric zur richtigen Datei, sobald du etwas fragst – so wie eine Kollegin, die grob im Kopf hat, was in welchem Bericht steht, bevor sie zum Regal geht.

Besonders wichtig ist das, wenn ein Assistent viele Dateien hat. Durchsucht Intric etwa fünfzig Dateien auf einmal, liefern auch Dokumente Treffer, die mit der Frage nichts zu tun haben. Solche schwachen Treffer können genau die Passage verdrängen, die du brauchst. Wählt Intric zuerst die richtige Datei aus, bleibt die Antwort beim Thema.

Intric zerlegt das Dokument in kurze Passagen. Jede Passage merkt sich, von welcher Seite sie stammt und an welcher Stelle im Dokument sie steht. So kann Intric das Dokument der Reihe nach durchgehen, Seite für Seite, wie du ein Buch durchblätterst. Und genau deshalb kann jede Antwort auf eine bestimmte Seite verweisen.

Tabellenkalkulationen sind die Ausnahme. Intric zerlegt sie gar nicht erst in Passagen, denn eine zerstückelte Tabelle lässt sich weder summieren noch filtern. Stattdessen arbeitet Intric mit den tatsächlichen Zeilen und rechnet die Antwort auf eine Frage wie „Wie viele Fälle wurden im März abgeschlossen?“ aus, statt sie zu schätzen.

Stellst du eine Frage, wägt Intric mehrere Suchverfahren ab und kombiniert die, die zur Frage passen. Du musst nichts auswählen, das übernimmt Intric. Jedes Verfahren findet etwas, das den anderen entgeht. Deshalb nutzt Intric alle.

Geht es um einen exakten Treffer – ein Aktenzeichen, einen Namen, eine bestimmte Vorschrift –, setzt Intric vor allem auf wortgenaue Übereinstimmung.

Warum das wichtig ist: Eine Suche nach Bedeutung hält „Artikel 12“ und „Artikel 21“ für nahezu dasselbe und landet leicht bei einem Absatz, der das Thema nur allgemein behandelt. Kommt es auf den exakten Wortlaut an, ist nur ein wortgenauer Abgleich verlässlich.

Hier zählt die Bedeutung, nicht der Wortlaut. Fragst du nach „den Risiken von Nachtschichten“, findet die semantische Suche auch einen Abschnitt über „gesundheitliche Folgen unregelmäßiger Arbeitszeiten“, weil sie Konzepte vergleicht statt Begriffe.

Warum das wichtig ist: Kaum jemand formuliert eine Frage mit genau den Wörtern, die zufällig im Dokument stehen. Ohne semantische Suche müsstest du das Vokabular eines Dokuments schon kennen, um darin überhaupt etwas zu finden.

Für Aufgaben, bei denen es auf den Gesamtüberblick ankommt, etwa die Zusammenfassung eines kurzen Berichts oder den Vergleich zweier Verträge Klausel für Klausel.

Warum das wichtig ist: Manche Fragen lassen sich aus einzelnen Passagen nicht beantworten, weil die Antwort vom Ganzen abhängt. Bei langen Dokumenten gingen die relevanten Stellen allerdings unter, wenn Intric alles läse. Deshalb liest Intric ein Dokument nur dann vollständig, wenn es kurz genug ist. Längere Dokumente durchsucht Intric gezielt und liest nur die passenden Teile.

Manchmal muss Intric erst eine Stelle finden und von dort aus weiterlesen. Fragst du nach Kapitel acht, sucht Intric zuerst den Anfang des Kapitels und liest dann Seite für Seite weiter, bis Kapitel neun beginnt.

Warum das wichtig ist: Eine Suche liefert die wenigen Passagen, die am besten passen – bei einem Kapitel also den Anfang und ein paar verstreute Absätze. Erst durch das Weiterlesen erfasst Intric alles dazwischen, so wie ein Mensch auch. Andernfalls müsste Intric ein Kapitel zusammenfassen, von dem es nur die Hälfte gesehen hat.

Stichwortsuche und semantische Suche sind kein Entweder-oder. Jede Suche kombiniert beide, und Intric legt die Gewichtung jedes Mal neu fest. Eine präzise Sachfrage stützt sich vielleicht überwiegend auf Stichwörter und nur ergänzend auf die semantische Suche. Eine breite, konzeptionelle Frage beantwortet Intric dagegen womöglich fast vollständig semantisch.

Die übrigen Verfahren bauen darauf auf. Typischerweise wählt Intric zuerst anhand der Zusammenfassung die richtige Datei aus, findet dann mit einer kombinierten Suche die passende Stelle und liest von dort weiter, wenn eine einzelne Passage für die Frage nicht reicht. Für eine einzige Frage kann Intric diese Schritte mehrmals durchlaufen, bevor die Antwort steht.

Auf den ersten Blick wirkt es einfacher, dem Modell jedes Dokument vollständig zu geben und es die Antwort selbst finden zu lassen. In der Praxis übersehen Modelle bei sehr großen Textmengen aber, was in der Mitte steht, und verlieren Details aus dem Blick. Genauer werden die Antworten, wenn das Modell mit wenig, aber relevantem Text arbeitet und Intric diesen Ausschnitt nur bei Bedarf gezielt erweitert. So bleibt außerdem jeder Teil der Antwort bis zu seiner Quelle nachvollziehbar.

Die technischen Details zu diesen Schritten – wie Intric Seiten liest, Abbildungen beschreibt und den Index aufbaut – findest du unter OCR-Pipeline.

Jede Antwort lässt sich bis zu ihrer Quelle zurückverfolgen. Du siehst, auf welches Dokument, welche Seite und welche Passage sich der Assistent gestützt hat, und kannst die Stelle öffnen und selbst prüfen. Erst dadurch kannst du dich auf eine Antwort verlassen, statt ihr blind glauben zu müssen. Die Quellenangabe ist also kein Beiwerk, sondern der Kern der Sache.

Aus demselben Grund sollte der Assistent die Originaldatei haben. Quellenangaben verweisen auf Stellen in dem Dokument, das du hochgeladen hast. Je näher diese Datei am echten Dokument ist, desto nützlicher ist die Quellenangabe. Eine exportierte oder konvertierte Fassung – etwa Klartext aus dem Legacy-Wissenssystem – liefert weniger verlässliche Quellenangaben als die ursprüngliche PDF- oder Word-Datei.